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Kunsttherapie

Zaubern aus dem bunten Koffer

Seit fünf Jahren ist Kunsttherapeutin Uta Zimmer an zwei Vormittagen mit ihrem großen bunten Koffer in der Kinderklinik unterwegs, besucht krebskranke Kinder am Krankenbett und bietet  an, mit ihnen zu malen oder zu modellieren.

„Ich möchte den Kindern helfen, vom ,Behandeltwerden’ zum Handeln zu kommen, selbst etwas zu tun und über diesen indirekten Weg ihre Gefühle und Gedanken auszudrücken.“

Schon oft hat sie die Erfahrung gemacht, dass es Kindern leichter fällt, sich über das Malen mitzuteilen als sprachlich. Beim bildnerischen Gestalten erleben die Kinder, dass sie über dieses Tun in der Lage sind, sich zu beruhigen oder mit ihren Ängsten, ihrer Hilflosigkeit besser umzugehen. So kann ein Monster ein Symbol für ihre Krankheit sein, dem sie begegnen können, indem sie es bunt übermalen,  bekleben oder einfach in Schnipsel schneiden. Wichtig ist für das Kind das Erlebnis, dass es selbst etwas tut. Die Kunsttherapeutin ermöglicht dem Kind dieses Erfolgserlebnis.

„Es geht nicht darum, dass das Bild schön wird, das hier entsteht. Die Eltern sind oft sogar erschrocken“, betont die Therapeutin. „Das Leben ist auch nicht immer schön, aber es ist wichtig, dass das Kind einen Weg findet, sich auszudrücken.“

Nur wer wirklich möchte, nimmt das Angebot an, und die Bereitschaft ist abhängig vom Befinden der Kinder.
Aus ihrem großen Malkoffer zaubert Uta Zimmer dann auch das Material, das dem Kind am meisten liegt. Bei der Arbeit mit Ölpastellkreiden z. B. können sich die Kinder sehr energisch und farbintensiv ausdrücken, denn hier muss man etwas aufdrücken, um die Farbe auf das Papier zu bekommen. Gold- und Silberfarben sind besonders beliebt. Und wer lieber modelliert oder schneidet als dass er malt -  auch dafür findet sich Material im bunten Koffer. 
Viele Kinder hat Uta Zimmer über mehrere Monate betreut, manche hat sie später wieder getroffen, wenn der Krebs erneut zum Ausbruch kam. Einige haben den Kampf gegen die Krankheit verloren - eine schmerzhafte Erfahrung auch für die Kunsttherapeutin.

„Manchmal kommen hier aber auch ganz neue Fähigkeiten oder Talente des Kindes zum Vorschein, und das sind natürlich schöne Erlebnisse, die das Kind mit den Eltern teilen kann“, freut sich die Kunsttherapeutin. „Dann steht einmal nicht nur die Krankheit im Mittelpunkt. Das ist dann ein besonderer Erfolg meiner Arbeit.“

Uta Zimmer
Diplom-Kunsttherapeutin

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Publiziert am: Montag, 04. Februar 2008 (4093 mal gelesen)
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